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Aralsee Artikel
Der Aralsee (kasach. Aral tenizi) ist ein abflussloser Salzsee in Asien, der in einem Becken liegt, dem Tiefland von Turan . Er gehört je zur Hälfte zu Usbekistan und Kasachstan.
Die Hauptzuflüsse sind die Flüsse Amudarja und Syrdarja. Da diesen Flüssen seit der Stalin-Ära (Beginn des intensiven Baumwollanbaus in Kasachstan und Usbekistan) viel Wasser für extensive Bewässerung entnommen wird, sinkt der Wasserspiegel des Sees kontinuierlich stark ab, so dass der Aralsee vermutlich in absehbarer Zeit nicht mehr existieren wird.
Von 1960 bis heute sank der Wasserspiegel um 14 m. Die Fläche des Sees ging in der Zeit um 40 Prozent zurück, das Wasservolumen um 70%. Der Anfang der 1960er mit ursprünglich rund 68 Tausend km² viertgrößte See der Erde besteht heute durch Verlandung aus zwei Teilen, dem südlichen Großen Aralsee und dem nördlichen Kleinen Aralsee. 1990 wies der Große Aralsee noch eine Fläche von etwa 33 Tausend km² auf, der kleine etwa 3 Tausend km².
Seit 2002 ist die Wosroschdenji-Insel in dem Aralsee zur Halbinsel geworden und etwa 2006 bis 2008 ist damit zu rechnen, dass der Große Aralsee in einen westlichen, tiefen Teil und einen östlichen, flachen Teil zerfallen wird. Auch der kleine Aralsee wird in einigen Jahren in eine Reihe kleinerer Seen zerfallen. Die noch 1960 am Ufer gelegenen Städte Aral (früher russisch Aralsk) am Nordufer und Muynak am Südufer liegen heute (2003) aufgrund der Verlandung jeweils mehr als 100 km entfernt von der Uferlinie.
Weil die Größe des Aralsees von den Niederschlägen und der Witterung abhängig ist und deren Größe stets wieder einmal zu verschiedenen Zeitpunkten vermessen wird, sind die Angaben bezüglich Flächengröße und seiner Tiefe sehr unterschiedlich. Aus diesem Grund weichen die angegebenen Werte in vielen Quellen deutlich voneinander ab.
Durch die Umleitung großer Wassermengen, was zu dem Beispiel über den von der Amudarja abzweigenden Karakumkanal geschieht, wächst dagegen der südlich gelegene Sarykamysch-See und das westlich gelegene Kaspische Meer nachweisbar. Die starke landwirtschaftliche Nutzung und die sich beschleunigende Verlandung des abflusslosen Salzsees führten in den letzten 30 Jahren zur zunehmenden Versalzung des Sees, der Uferregionen und auch umgebender Bereiche. In dem Satellitenbild ist südwestlich des Sees eine weiße Region zu erkennen, bei der es sich um eine Ansammlung von vom Wind angewehter Salze handelt, die sich an dieser Stelle zu Dünen sammeln. Die früher östlich des Sees beginnende Kyzyl Kum-Wüste reicht mittlerweile bis an den See heran, die sehr salzreichen Dünen teilweise am Westufer bis in den See hinein. Die Wüste dehnt sich auch zunehmend in die fruchtbaren, landwirtschaftlichen Bereiche südlich des Sees hin aus.
Gleichzeitig stieg der Salzgehalt auf 26 Prozent (auch 36 Prozent wurden schon gemessen), was ein Fischsterben mit dem Niedergang von Fischerei nach sich zog. Ehemalige Hafenstädte, Bade- und Uferorte liegen heute mitten in der Wüste, mehr als 100 km von der Uferlinie entfernt. Nach dem Rückzug der Wasserlinie bleibt eine Salz- und Staubwüste, die durch jahrzehntelange hohe Einträge an künstlichen Düngemitteln, Herbiziden, Pestiziden und anderen Schadstoffen zudem hoch gesundheitsgefährdend ist. Zur Entlaubung der Baumwollkulturen für die maschinelle Baumwollernte wurde extensiv Agent Orange benutzt, eine giftige Substanz, die die US-Armee auch in dem Vietnamkrieg eingesetzt hatte. Agent Orange wurde in dem gesamten Aralbecken in der Regel direkt über den Baumwollpflückern versprüht, die ca. wenige Sekunden Vorwarnzeit hatten, um sich unter Zeltplanen in Sicherheit zu bringen.
Veränderung der Uferlinie des Aralsees von 1973 bis 2000
Viele Bewohner in dem weiteren Umkreis um den See leiden an verschiedenen chronischen Erkrankungen. Auch die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Man schätzt, dass ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung in den Baumwollanbaugebieten geistig retardiert ist, Die Zahl der Kinder, die mit Geburtsschäden zur Welt kommen, ist außerordentlich hoch. Es wird davon ausgegangen, dass die gesundheitlichen Folgen der Austrocknung des Aralsees vom Ausmaß ähnlich der Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl sind, jedoch ist die Aufmerksamkeit für den Aralsee in der westlichen Welt sehr klein. In dem Süden des Aral-Sees hat sich in der Sarykamysch-Senke aus umgeleitetem Wasser des Amudarja und landwirtschaftlichen Abwässern mittlerweile der Sarykamyschsee gebildet. Dieser See gilt als einer der giftigsten Seen global, der neben einem extrem hohen Anteil an Pestiziden und Schwermetallen auch einen weitaus höheren Salzgehalt als das tote Meer hat.
Die in dem See gelegenen Wosroschdenjie-Insel (russ. Wiedergeburt) diente dem sowjetischen Militär von 1936 bis 1991 über viele Jahre als Testgelände von Biowaffen. Unter anderem wurde Milzbrand (Bacillus anthracis), die Pest (Yersinia pestis), und die Tularämie (Francisella tularensis) getestet. Die Militärs in Usbekistan und der NATO befürchten, dass sich Terroristen auch hier Material für Biologische Waffen besorgen könnten.
Aus dem Jahr 1852 (die Karte zeigt die Ausdehnung des Aralsees um 1850 in dem Vergleich zu 2003) existieren Berichte, die vom Reichtum an Ziegen, Wölfen, Antilopen, Wels, Störe, Pelikanen, Möwen, Igeln und Tiger in beziehungsweise um den See erzählen.
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